Samstag …

Heute soll es losgehen. Ich habe mich entschieden, die Vorbereitungen  für unser neues Badezimmer anzugehen. Gemeinsam mit Angelika wird der Grundriss des neuen Bades erstellt. Die Dusche, die Wanne, die Waschmaschine, das Waschbecken und die Toilette haben nun zumindest in Gedanken ihren Platz gefunden. Die noch vorhandene Hauseingangstür soll durch eine Terrassentür ersetzt werden. Desweiteren bleibt ein Teil der noch vorhandenen Wand als Trennwand zu Dusche stehen und eine weitere, halbhohe Wand wird neben der Toilette errichtet. Zur Badewanne hin wird die Dusche durch eine Glaswand, die auf dem Wannenrand aufgesetzt wird abgetrennt.

Ich beginne also mit dem Abriss der Wand, welche derzeit das kleine Bad von der noch vorhandenen Diele trennt. Die in der Wand verlegte Elektrik habe ich abgeklemmt, so dass ich hierauf keine Rücksicht mehr nehmen muss.

Rückbau Badezimmer

Zwischenzeitlich hat Angelika fast mein gesamtes Zimmer von Tapeten und die Außenwände vom teilweise verschimmelten Putz befreit. Eine Kontrolle der Feuchtigkeit in der Wand zeigt, dass die Wände trocken sind. Die Schimmelflecken sind wohl durch schlechte Hinterlüftung hier abgestellter Möbel entstanden (hoffentlich). Damit Angelika weitermachen kann, muss ich den Nachtstromspeicherofen vom Netz trennen um ihn weit genug von der Wand abrücken zu können. Nun stellt sich auch gleich die nächste Frage: Wie werden die Nachtstromspeicheröfen entsorgt?

Am Nachmittag rückte der Vorbesitzer mit LKW und Familienunterstützung an um die Nebengelasse von seinem Eigentum zu befreien. Bei dieser Gelegenheit kaufte ich ihm den nicht funktionsfähigen Aufsitzmäher zu einem Preis von 50 Euro ab. Ich bin guter Hoffnung, dass ich den wieder zum Laufen kriege.

Nun, nun ist es soweit: Wir haben alle Schlüssel und haben sogleich alles in Besitz genommen. Die Türen des Stalls wurden geöffnet um den ekligen Gestank der dort über lange Zeit lebenden Katzen zu vertreiben … aber der Gestank ist zäh und hält sich sicher noch Wochen.

 

Das erste Wochenende beginnt

Nun beginnt also das erste Wochenende auf der Baustelle. Leider beginnt es für mich mit einem Besuch beim Kieferchirurgen (geplant) und dem Entfernen eines Zahnes. Noch unter dem Einfluss der Betäubung stehend begebe ich mich frohen Mutes zur Baustelle, um dann nach kurzer Zeit festzustellen, dass das vielleicht doch keine so gute Idee war.

Angelika wies mich auf die feuchten Wände im Waschkeller hin. Ich schaute mir gemeinsam mit ihr die Situation einmal an und entschied, dass ich mir die betroffene Fundamentwand einmal von außen betrachten sollte. Gedacht – getan 

Mit Spaten und Schaufel bewaffnet buddelte ich mich also entlang des Feldsteinfundametes auf der Nordseite des Hauses ins Erdreich. Was ich dort zu finden hoffte? Tja, so richtig weiß ich das eigentlich auch nicht.

Feststellen kann ich jedoch, dass das Fundament, die Kellerwand von außen keinerlei Beschädigung, Risse oder gar feuchte Stellen aufweist. Meine Vermutung nun: Die Abdichtung zwischen Kellerdecke und Hausboden, erkennbar an einer Schicht Bitumen liegt offen. Hier sind diverse Klinkersteine gebrochen und die durch die Art der Klinkerung entstandene Kante schein nicht mehr dicht zu sein. Da es sich auch noch um die Nordseite des Hauses handelt, gehe ich davon aus, dass bei Regen Wasser in die zwischen die Kellerdecke und die sie nach oben abdichtende Bitumenbahn gedrückt wird. 

Meine Idee ist es nun, die entsprechenden Mörtelschichten zu erneuern, und die Klinkerkante mit einem Spritzschutz aus Edelstahl zu versehen.

Nach dieser Feststellung war es das dann auch für mich und heute. Den Graben am Haus lasse ich mal offen, um beim nächsten Regen mal zu sehen, ob sich am Fundament eine Fleckenbildung durch stehende Feuchtigkeit im Gemäuer sehen lässt.

Der zweite Tag

Am zweiten Tag:

Wir stehen auf unserem „Anwesen“ und betrachten das ganze mit sehr unterschiedlichen Gefühlen – zumindest empfinde ich das so:

Angelika freut sich ob der Tatsache, dass nun einer ihrer größten Wünsche in Erfüllung gegangen ist. Sie schaut scheinbar schon weit in die Zukunft und kann sich sehr gut vorstellen, dass das einmal unser gemütliches Zuhause sein wird.

Ich wiederum sehe nur die viele Arbeit und kann mir eigentlich noch gar nicht vorstellen, wie es einmal sein wird. Es riecht muffig sobald man das Haus betritt, die Dielen knarren und verbiegen sich unter meinem Gewicht, die Wände sind schief und krumm, die Elektrik lebensgefährlich, die Wasserrohre haben ihre besten Zeiten schon längst hinter sich und dann sind da noch die alten Heizeinrichtungen bestehend aus Kachelöfen und Nachstromspeicheröfen.

Doch für heute steht zu allererst einmal das Maßnehmen auf dem Plan. Erst beim aufnehmen der Maße merkt man so richtig, wieviele Ecken und Winkel dieses Haus hat. Deutlich ist auch zu merken, dass das Haus und die Anbauten zu unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden.

Nachdem Aufnehmen der Maße ist für mich der Tag im neuen alten Haus auch schon vorbei … nun heißt es die Daten in den Plan zu übernehmen. Das mach ich dann im alten neuen Haus am PC …

Aller Anfang

Tja, heute ist es soweit.

Heute am 16. Juli 2014 wird ein neues Kapitel in unserem Leben aufgeschlagen:

Wir sind nun Besitzer eines neuen aber alten Hauses. Heute ist nach dem ganzen administrativen Vorgeplänkel die Übergabe der immobilie vereinbart.

Der Vorbesitzer, der Makler und auch wir, das heißt Angelika, Sina-Marie und ich sind um 15.00 Uhr zur Übergabe der immobilie verabredet. Es sind auch alle erschienen, jedoch befindet sich die Immobilie nicht in dem Zustand, in dem sie eigentlich sein sollte: Leergeräumt!

Leergeräumt ist nur das Haus selbst … die Nebengelasse sind allesamt noch zugemüllt … doch das will der Vorbesitzer bis zum Wochenende geschafft haben, Immerhin: Wir haben die Schlüssel zum Haus und könnten nun eigentlich loslegen! Doch womit? Was zuerst? Wie?